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a.)
Balve allgemein
Balve ist ein kleines Städtchen mit ungefähr 12500
Einwohnern im Märkischen Kreis (NRW). Die Stadt Balve ist
eine Flächengemeinde (ca. 74,80km²), die aus sieben
Ortsteilen besteht. Balve selbst ist mit ca. 5500
Einwohnern der größte Ortsteil. In den anderen 6
Ortsteilen leben zwischen 500 und 2900 Einwohner. Die
Stadt bietet mit ihren riesigen Waldflächen wunderschöne
Wanderrouten auf denen man seit dem Orkantief Kyrill im
Januar 2007 eine wunderbare Fernsicht über das märkische
Sauerland hat. Bekannt ist die Stadt Balve für die größte
Kulturhöhle Europas. Hierher kommen jedes Jahr wieder
bekannte deutsche und internationale Persönlichkeiten aus
dem musizierenden Gewerbe, um die optimalen akustischen
Möglichkeiten der Balver Höhle zu nutzen und mit ihren
verschiedenen Arten der Musik ein großes Publikum zu
erfreuen. Über 2000 Menschen finden in der Höhle einen
Platz und feiern ganz besonders gern am 3. Juli
Wochenende, drei Tage lang ihr Schützenfest, in dem wohl
schönsten von der Natur geschaffenem und geformten
"steinernen" Festzelt. Ebenso finden auf der Reitanlage am
Schloss Wocklum jährlich nationale und internationale
Reitturniere statt, zu denen ebenfalls immer wieder
tausende von Besuchern den Weg in unser schönes Städtchen
mit der romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert finden.
b.) die
Feuerwehr der Stadt Balve allgemein
Die Löschgruppe
Balve ist eine von sieben Löschgruppen im Stadtgebiet.
Jeder Ortsteil hat noch seine eigene Löschgruppe die
wiederum in 3 Züge zusammengefasst sind.
Auf Stadtebene gibt
es über 215 aktive Feuerwehrkameraden (SB), einen Musikzug
mit ca. 40 Kameraden (SB), eine Jugendfeuerwehr mit 18
Kameraden (SB) und eine Ehrenabteilung mit ungefähr 54
Kameraden.
Die Stadtfeuerwehr
ist wie folgt aufgebaut
c.) die
Löschgruppe Balve
Seit mittlerweile
über 85 Jahren gibt es die Löschgruppe Balve.
Als im Jahre
1922 das alte Balver Krankenhaus abbrannte, entschloss
man sich zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Am 08.
September 1922 wurde es dann offiziell und 21 Kameraden
gründeten um Brandmeister Anton Betten die Freiwillige
Feuerwehr der Stadt Balve. Mit einer alten
Handdruckspritze, die um 1900 herum angeschafft wurde,
Hanfschläuchen, Spritzen und Ledereimern, kümmerten sich
die geschulten Kameraden nun um den Brandschutz in der
kleinen Stadt. Am 15. Dezember 1933 trat dann das Gesetz
über das Feuerlöschwesen in Kraft. Die mittlerweile 8
Wehren, der Ortsteil Affeln gehörte bis 1975 zum Amt
Balve, wurden in Löschzüge eingeteilt. 1935 kam die erste
lang ersehnte Motorspritze. Mit dieser zur damaligen Zeit
hochmodernen Pumpe konnten viele größere Brände im Amte
Balve erfolgreich bekämpft werden. Bei den großen
Bombenangriffen im Kriegsjahr 1943 mussten die Kameraden
der Balver Feuerwehr mit ihrer Ausrüstung zur
Brandbekämpfung in die Stadt Hagen, zur Unterstützung der
dortigen Feuerwehr. Zum Ende des zweiten Weltkrieges kam
es durch Artilleriebeschuss, der beim harten Widerstand
deutscher Soldaten gegenüber amerikanischer Soldaten
stattfand, immer wieder zu Bränden im Stadtgebiet. Trotz
dieser gefährlichen Situation löschten die
Feuerwehrkameraden wo sie konnten und hielten damit den
Schaden im Stadtgebiet klein. Kurz nach Kriegsende fanden
die Balver Kameraden hinter Garbeck einen alten Krefelder
Polizeiwagen, der durch die Kriegswirren irgendwie hierher
kam. Man baute sich das Auto wieder auf, und die Stadt
Balve hatte ihr erstes Feuerwehrfahrzeug.
Im
September 1947 brannte der Balver Wald. Neben den Wehren
aus dem Amt Balve, befanden sich auch die Feuerwehren aus
den Städten Menden, Arnsberg, Neheim und Sundern im
Einsatz. Zur Unterstützung kamen auch englische
Militärtanklastwagen aus Lippstadt und Hamm nach Balve,
sowie die Bauern mit ihren Güllefässern. Man brauchte viel
Wasser. Sieben Tage waren die über 1000 Kameraden im
Einsatz bis der Waldbrand endlich gelöscht war. Im Jahre
1948 wurde unser jetziges Feuerwehrgerätehaus in der
Hofstrasse aus Mitteln der Feuerschutzsteuer gebaut. 1954
bekam die Löschgruppe ihr erstes bestelltes und ganz neu
aufgebaute Feuerwehrfahrzeug. Es war das damals
weitverbreitete LF8 auf Opel Blitz mit einem angehängten
TSA. Nur 7 Jahre später kam dann der erste Tanklöschwagen
nach Balve. Ein TLF16 mit 2400ltr. Wasser auf einem
Magirus Deutz Rundhauberfahrgestell. Unser Feuerwehrlied,
welches wir in unserer Löschgruppe noch heute singen "Einsatz
bereit zu jeder Zeit, dem nächsten zur Wehr, dem Herrgott
zu Ehr" wird vom Balver Musikverein auf der
Agathafeier 1961 das erste Mal gespielt. Komponist dieses
Marsches war der Lendringser Bürger Eduard Hohl. Warum
ich das hier erwähne, weil die anderen Feuerwehren um uns
herum alle das viel bekanntere, aber bestimmt nicht
schönere Feuerwehrlied singen "wir sind das stolze
blaue Heer, Kameraden von der Feuerwehr". Immer wieder
hat die Löschgruppe im Amt Balve und drum herum im Laufe
der Jahre ihre Einsätze gefahren. 1970 kommt das neue LF8
"schwer" auf Magirus Deutz. Der Frontlenker mit seiner
Singelbereifung ist ein super geländegängiges
Feuerwehrfahrzeug. Dafür wird der Opel Blitz
weiterverkauft. 50 Jahre wird die Löschgruppe 1972. Zur
Feier wird eine kleine Festzeitschrift herausgegeben. Am
03. Juni, auf dem Kreisfeuerwehrfest wurde dann das
Jubiläum in der Balver Höhle mit vielen befreundeten
Feuerwehren und Bürgern der Stadt gefeiert. Mit dem
Jahreswechsel 1974/75 trat auch die kommunale
Neugliederung in Kraft. Aus dem Amt Balve wird die Stadt
Balve mit weiteren 6 Ortsteilen. Die Ortsteile Affeln,
Altenaffeln und Blintrop werden der Stadt Neuenrade
zugeteilt. Der Jahreswechsel ist also gerade vollbracht,
als im Stadtgebiet die Sirenen aufheulen. Zwei Bauernhöfe
und die Wocklumer Mühle brannten in voller Ausdehnung.
Brandstiftung!! Mit den Wehren aus den Nachbarstädten
dauerte es bis zum nächsten Tag, dass Feuer aus gemeldet
werden konnte. Im Jahre 1975 investiert die Stadt Balve in
ein weiteres TLF16/25, einen Mercedes 1113, Rundhauber der
Firma Schlingmann aus Dissen. Das TLF16 auf Magirus Deutz, geht
nach Beckum und versieht dort noch bis 1987 seinen Dienst.
1976 wird dann auch erstmalig in ein Einsatzleitfahrzeug
investiert. Der "Balver Notruf" 611 wird zum Ende der 70er
Jahre in 112 geändert und läuft ab dann an der Leitstelle
in Lüdenscheid auf. 1985 bauten sich die Kameraden einen
neuen Schulungs- und Umkleideraum. Im Jahr 1989 ging es
dann los mit den Sonderaufgaben bei der Feuerwehr. Mit der
Anschaffung eines neuen Gerätewagen-Gefahrgut (GWG) auf
einem Mercedes 208 mussten nun die Kameraden Neues hinzu
lernen. Hier ging es nicht mehr um das Löschen von Bränden
und Verkehrsunfällen, sondern auch um Einsätze mit
Gefahrgut. 1993 wurde der ELW (VW Bulli T2) durch einen
Ford Transit ersetzt. Zur Verbesserung der Rettungswege
am Balver Krankenhaus und anderer Gebäude im Stadtgebiet
wurde im September 1995 eine gebrauchte Metz Drehleiter,
DLK23/12 auf Mercedes Benz 1313, Baujahr 1970 in Dienst
gestellt. Die alte Anhängeleiter steht heute als
"Dauerleihgabe" im Mendener Feuerwehrgerätehaus der
Hauptwache. Aus Platzgründen musste der Gerätewagen
Gefahrgut in den Zug 2 Garbeck umgesetzt werden.
Mittlerweile haben sich hier die Kameraden auf GSG und
Strahlenschutz spezialisiert. Der Technische
Überwachungsdienst (TÜD) schrieb uns 1996 das LF8 "schwer"
kaputt!! Eine Ersatzbeschaffung musste her und das neue
LF8/6, Aufbau Firma Ziegler mit 600ltr. Wasser auf
Mercedes 917 kam zu uns. Die Einweihung und offizielle
Übergabe des Fahrzeuges fand auf der
Jubiläumsveranstaltung zum 75 jährigen Bestehen der
Löschgruppe statt. Auf dieser großen Feier, die ebenfalls
wieder in der Balver Höhle stattfand, wurde auch unsere
Standarte eingeweiht. Unser Kamerad Günter Cordes brachte
zum Jubiläum eine sehr umfangreiche und interessante
Chronik heraus. Mit der Fortschreibung des
Brandschutzbedarfsplanes im Jahre 2001 kam auch der Umbau
oder Neubau des Feuerwehrgerätehauses auf den Plan. Nach
langen Diskussionen und der Suche nach alternativen
Standorten kamen wir zu dem Ergebnis, das bestehende
Gerätehaus von Grund auf zu sanieren. Mit sehr viel
Eigenleistung der Kameraden (6000 Stunden) in einer Zeit
von zwei Jahren wurde der Umbau erfolgreich gemeistert.
Nach dem Umbau war auch ausreichend Platz für die neue DLK 18/12 auf
Iveco Magirus, die 2002 als Ersatzbeschaffung für die mittlerweile 32
Jahre alte DLK 23/12 kam. Mit der Fortschreibung des
Brandschutzbedarfsplanes 2007 kam im Februar 2010 ein neues
Einsatzleitfahrzeug auf Opel Vivaro. Das Fahrzeug wurde von der Firma
Opel Bichmann aus Menden, Zweigstelle Balve geliefert und der Ausbau des
Innenraums von der Firma Fahrzeugbau Hering in Balve durchgeführt.
Die funktechnische Ausstattung, sowie den Aufbau der Signalanlage
übernahm die Firma Comtec aus Dortmund. Im Dezember
2009 konnte bereits die Ersatzbeschaffung für das alte TLF16/25 und den
RW1, das HLF20/16 auf Mercedes Artego 1629, Aufbau Ziegler, mit einer
Winde der Firma Rotzler in Dienst gestellt werden.

| Quellen: |
Festschrift 50 Jahre Feuerwehr Balve Festschrift 75 Jahre Feuerwehr Balve von Günter Cordes |
Für die Richtigkeit der Angaben; Oliver Prior
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